Ist Kokosöl-Ziehen gut für die Mundgesundheit? Fakten und Mythen im Check

Die tägliche Zahnpflege gehört für die meisten Menschen zur Routine. Doch neben Zahnbürste und Zahnseide taucht immer häufiger ein Begriff in Gesundheitsforen und auf Social Media auf: Kokosöl-Ziehen. Anhänger der Methode versprechen sich weißere Zähne, weniger Bakterien im Mund und sogar Schutz vor Karies und Zahnfleischentzündungen. Aber was ist wirklich dran am Trend? Ist Ölziehen mit Kokosöl tatsächlich gut für die Mundgesundheit, oder handelt es sich um einen Mythos?

 

Was versteht man unter Ölziehen mit Kokosöl?

Ölziehen ist eine uralte Praxis, die ihren Ursprung in der ayurvedischen Medizin hat. Dabei wird Pflanzenöl – meist Kokosöl – für etwa 10 bis 20 Minuten im Mund hin- und herbewegt, ähnlich wie bei einer Mundspülung. Die Theorie dahinter: Schädliche Bakterien und Toxine sollen an das Öl binden und anschließend ausgespuckt werden. Kokosöl ist dabei besonders beliebt, da es als natürlich antibakteriell gilt und durch seinen angenehmen Geschmack geschätzt wird.

 

So funktioniert Ölziehen – Anwendung und Ablauf

Für das Ölziehen wird ein Esslöffel natives, kaltgepresstes Kokosöl verwendet. Idealerweise morgens auf nüchternen Magen – vor dem Zähneputzen. Das Öl wird ohne zu schlucken für 10 bis 20 Minuten langsam durch die Zähne gezogen und im Mund bewegt. Anschließend wird es ausgespuckt und der Mund gründlich mit Wasser ausgespült. Danach folgt das gewohnte Zähneputzen. Wichtig ist: Das Öl darf nicht in den Abfluss gespuckt werden, da es bei Abkühlung fest wird.

 

Welche Wirkung hat Kokosöl auf die Mundgesundheit?

Kokosöl enthält Laurinsäure – eine Fettsäure mit nachgewiesener antibakterieller Wirkung. Diese kann helfen, die Menge an schädlichen Bakterien im Mund zu reduzieren. Viele Anwender berichten von einem frischeren Mundgefühl, weniger Mundgeruch und sogar einem Rückgang von Zahnfleischbluten. Zudem enthält Kokosöl keine Zusatzstoffe, Alkohol oder künstlichen Aromen wie manche klassische Mundspülungen. Dennoch ersetzt Ölziehen keinesfalls das Zähneputzen oder professionelle Zahnreinigungen – es kann lediglich eine ergänzende Maßnahme sein.

 

Können Karies, Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis durch Ölziehen verhindert werden?

Die Hoffnung vieler Anwender ist groß: Ölziehen gegen Karies, gegen Zahnfleischentzündungen oder gar zur Vorbeugung einer Parodontitis. Auch wenn es Hinweise auf eine bakterienhemmende Wirkung gibt, fehlt bislang ein klarer wissenschaftlicher Nachweis dafür, dass Ölziehen allein solche Erkrankungen verhindern kann. Für die Vorbeugung dieser Erkrankungen ist weiterhin eine gründliche tägliche Zahnpflege entscheidend – in Kombination mit regelmäßiger Kontrolle durch den Zahnarzt.

 

Was sagt die Wissenschaft – Mythos oder medizinisch sinnvoll?

Studien zum Ölziehen mit Kokosöl sind bisher begrenzt und oft von geringer Qualität. Einige kleinere Untersuchungen deuten an, dass Ölziehen die Menge bestimmter Mundbakterien verringern kann. Eine dauerhafte Reduktion von Plaque oder die Heilung entzündlicher Prozesse im Mundraum durch Ölziehen allein ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt. Zahnärztlich betrachtet kann Kokosöl-Ziehen eine unterstützende Rolle spielen – ersetzt aber in keinem Fall die konventionelle Zahnmedizin.

 

Vorteile, Risiken und mögliche Nebenwirkungen des Ölziehens

Richtig angewendet, ist Ölziehen in der Regel unbedenklich. Es kann das persönliche Wohlbefinden steigern und das Bewusstsein für die eigene Mundgesundheit fördern. Manche Menschen reagieren jedoch empfindlich auf den Ölgeschmack oder empfinden das Ziehen als unangenehm. In seltenen Fällen kann bei unsachgemäßer Anwendung eine sogenannte Lipoidpneumonie entstehen – wenn Öltröpfchen versehentlich eingeatmet werden. Daher ist es wichtig, das Ölziehen nicht während starker körperlicher Anstrengung oder beim Sprechen durchzuführen.

 

Fazit: Ist Ölziehen mit Kokosöl eine sinnvolle Ergänzung zur Mundpflege?

Ölziehen mit Kokosöl ist eine interessante Ergänzung zur täglichen Mundhygiene – besonders für Menschen, die Wert auf natürliche Zahnpflege legen. Die antibakterielle Wirkung von Kokosöl kann die Mundflora positiv beeinflussen und so Mundgeruch reduzieren oder die Gesundheit des Zahnfleisches unterstützen. Dennoch: Ölziehen ist kein Ersatz für das Zähneputzen, die Anwendung von Zahnseide oder professionelle Zahnkontrollen. Wer langfristig gesunde Zähne behalten möchte, sollte auf eine umfassende Pflege setzen – idealerweise in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Praxisteam.

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Ölziehen ist eine ayurvedische Methode zur Mundreinigung. Dabei wird ein Löffel Kokosöl für 10–20 Minuten im Mund hin und her bewegt, um Bakterien und Schadstoffe zu binden und anschließend auszuspucken. Es soll die Mundflora verbessern und zur Zahngesundheit beitragen.

Kokosöl enthält antibakterielle Inhaltsstoffe wie Laurinsäure, die dabei helfen können, geruchsbildende Bakterien zu reduzieren. Viele Anwender berichten von einem frischeren Atemgefühl – wissenschaftlich gesichert ist dies jedoch nur teilweise.

Allein durch Ölziehen lässt sich keine Karies oder Parodontitis verhindern. Es kann unterstützend wirken, ersetzt aber keinesfalls die tägliche Zahnpflege mit Zahnbürste, Zahnseide und regelmäßigen Zahnarztbesuchen.

Empfohlen wird das Ölziehen 1x täglich – idealerweise morgens vor dem Zähneputzen – für etwa 10 bis 20 Minuten. Wichtig ist, das Öl danach auszuspucken und gründlich den Mund auszuspülen.

In der Regel ist Ölziehen unbedenklich. Manche Menschen empfinden das Öl im Mund als unangenehm oder bekommen einen Würgereiz. Wichtig ist, nicht zu schlucken und das Öl langsam zu bewegen. Bei starker Reizung oder Unwohlsein sollte man die Anwendung abbrechen.

Für Kinder unter 12 Jahren ist Ölziehen eher ungeeignet, da sie das Öl versehentlich schlucken könnten. Erwachsene mit gesunden Atemwegen und gutem Schluckreflex können es problemlos ausprobieren – bei Unsicherheiten ist eine zahnärztliche Beratung empfehlenswert.

Ölziehen sollte vor dem Zähneputzen stattfinden. So können eventuell gelöste Bakterien durch das anschließende Putzen entfernt werden, und die Wirkung des Kokosöls wird nicht durch Zahnpasta-Inhaltsstoffe beeinträchtigt.

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