Was ist ein Sofortimplantat und für wen eignet es sich?

Ein Sofortimplantat ist ein Zahnimplantat, das direkt nach der Zahnentfernung in das frische Extraktionsfach eingesetzt wird. In geeigneten Fällen ist zusätzlich eine Sofortversorgung mit einer provisorischen Krone möglich – häufig spricht man dann von „Implantat am selben Tag“. Ziel ist, Knochen und Zahnfleisch optimal zu erhalten, die Behandlungszeit zu verkürzen und die Ästhetik – besonders im Frontzahnbereich – früh zu sichern. In der Stadtwald Klinik begleiten wir Sie dabei mit moderner 3D-Diagnostik (CBCT), digitaler Behandlungsplanung und materialgerechter Versorgung.

 

Definition: Sofortimplantat vs. Früh- und Spätimplantation

Bei der Sofortimplantation wird das Implantat unmittelbar nach der Extraktion gesetzt. Von Frühimplantation spricht man, wenn der Einsatz nach einigen Wochen erfolgt, sobald Weichgewebe stabilisiert ist. Spätimplantation bezeichnet den Einsatz nach vollständiger knöcherner Ausheilung. Ein Vorteil des Sofortimplantats liegt im Erhalt des Knochenvolumens und der Gingivakontur, was gerade bei hoher Lachlinie ästhetische Ergebnisse unterstützt. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen immediate placement (sofortiges Einsetzen) und immediate loading (frühe oder sofortige provisorische Krone). Letzteres setzt ausreichende Primärstabilität voraus.

 

Eignung & Voraussetzungen: Knochenangebot, Weichgewebe, Allgemeingesundheit

Geeignet ist ein Sofortimplantat, wenn Knochendichte und Knochenangebot im Extraktionsfach stimmen und keine akute, ausgedehnte Entzündung vorliegt. Dünne bukkale Knochenlamellen oder bereits vorhandene Defekte erhöhen das Risiko, erfordern aber nicht zwingend eine Absage – oft lässt sich mit Knochenaufbau oder Augmentation arbeiten. Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Osteoporose, Rauchen oder Bruxismus können das Risiko erhöhen; eine sorgfältige Risikoprofil-Analyse gehört daher zur Planung. Es gibt keine feste Altersgrenze – entscheidend sind Knochenqualität, Mundhygiene und realistische Erwartungen.

 

Planung & Diagnostik: 3D-Röntgen (CBCT), digitale Implantatplanung, Abformung

Vor der Behandlung erfolgt eine CBCT-Aufnahme zur dreidimensionalen Vermessung von Knochenhöhe, -breite und der Lage sensibler Strukturen. Mit digitaler Planung wird die Implantatposition virtuell festgelegt; bei Bedarf verwenden wir eine navigierte Schablone. Eine Fotoanalyse unterstützt die Abschätzung von Lachlinie, Papillenverlauf und Lippenunterstützung – besonders wichtig im ästhetischen Bereich. Abformungen (klassisch oder intraoral gescannt) dienen der Herstellung des Provisoriums und der späteren definitiven Zirkon- oder Keramikkrone.

 

Ablauf der Behandlung: Zahnextraktion, Sofortimplantation & provisorische Krone

Der Eingriff beginnt mit einer schonenden Extraktion, um Knochenwände zu erhalten. Danach wird das Implantat in einer stabilen, leicht palatinal/lingual versetzten Achse verankert. Reicht die Primärstabilität (gemessen u. a. am Insertion Torque), kann eine Sofortversorgung mit einer nicht-okkludierenden provisorischen Krone erfolgen. Kleine Defekte an der bukkalen Wand werden – je nach Befund – mit Knochenersatzmaterial und Membran aufgefüllt. Die definitive Krone folgt nach der Einheilphase, häufig nach 8–12 Wochen, abhängig von Knochenqualität und Verlauf. Für eine angenehme Behandlung bieten wir auf Wunsch Sedierung (Dämmerschlaf) zusätzlich zur lokalen Anästhesie an.

 

Heilung, Nachsorge & Erfolgsraten

Die Einheilung verläuft bei passenden Voraussetzungen vergleichbar sicher wie bei Spätimplantationen. Entscheidend sind ruhige Belastung, gute Mundhygiene und die professionelle Nachsorge. Direkt nach der OP empfehlen wir weiche Kost, kohlensäurearme Getränke, Kühlung von außen und die temporäre Meidung von Sport und Nikotin. Kontrolltermine inklusive Pflegeinstruktion, Zwischen- und Endkontrolle sind Teil unseres Protokolls. Langfristig schützen regelmäßige Professionelle Zahnreinigungen, eine implantatgerechte Zahnpflege (Interdentalbürsten, ggf. Munddusche) und die Kontrolle auf Anzeichen einer Peri-Implantitis die Gesundheit Ihres Implantats.

 

Risiken, Grenzen & Alternativen

Wie jeder Eingriff birgt auch die Sofortimplantation Risiken: vorzeitiger Implantatverlust, Misserfolg der Osseointegration, Weichgewebsrückgang oder Peri-Implantitis. Unzureichende Primärstabilität oder ausgeprägte Entzündungen sprechen gegen sofortige Versorgung; hier empfehlen wir Früh-/Spätimplantation oder übergangsweise Adhäsivbrücken. Wenn mehrere Zähne fehlen oder ein Kiefer zahnlos ist, bieten Konzepte wie All-on-4/All-on-X eine feste Sofortversorgung auf wenigen strategisch gesetzten Implantaten – häufig mit provisorischer Brücke am gleichen Tag. Sollte ein Sofortimplantat nicht sinnvoll sein, erstellen wir Ihren individuellen Plan B.

 

Ästhetik & Funktion: Frontzahnbereich, Lachlinie, Provisorium

Gerade im Frontzahnbereich profitieren Patientinnen und Patienten von der unmittelbaren Weichgewebsstützung durch ein Formteil oder eine provisorische Krone. So lassen sich Papillen und Gingivaverlauf oft natürlicher erhalten. Während der Einheilphase wird die Kaufläche des Provisoriums gezielt entlastet. Nach erfolgreicher Osseointegration sorgt eine definitive Keramik- oder Zirkonkrone für natürliche Ästhetik und belastbare Funktion.

 

Kosten, Versicherung & Finanzierung

Die Kosten eines Sofortimplantats hängen von mehreren Faktoren ab: Diagnostik (z. B. CBCT), Implantatsystem, eventuelle Augmentation, Art der provisorischen und definitiven Krone sowie dem Aufwand der Nachsorge. Gesetzliche Krankenkassen leisten in der Regel keinen Zuschuss zum Implantat selbst, private Versicherungen oder Zahnzusatzversicherungen können je nach Tarif anteilig Kosten übernehmen. Wir erstellen Ihnen in der Stadtwald Klinik einen transparenten Heil- und Kostenplan und bieten auf Wunsch Finanzierungsmodelle/Ratenzahlung an.

 

Fazit: Schnell zurück zu Funktion und Ästhetik – mit sicherer Planung

Ein Sofortimplantat kann Ihnen nach einer Zahnentfernung zeitnah Festigkeit, Funktion und ein natürliches Lächeln zurückgeben. Voraussetzung sind präzise 3D-Diagnostik, eine erfahrene chirurgische Durchführung und konsequente Nachsorge. Nicht jeder Fall ist geeignet – aber mit ehrlicher Indikationsstellung, klaren Alternativen und moderner Technik finden wir den optimalen Weg zu Ihrer langfristigen Mundgesundheit.

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Sie fragen. Wir antworten.

Ein Sofortimplantat wird direkt nach der Zahnentfernung in das frische Zahnfach eingesetzt. Wenn die Primärstabilität ausreichend ist, kann häufig noch am selben Tag ein provisorischer Zahnersatz eingesetzt werden (Sofortversorgung).

Geeignet sind Patientinnen und Patienten mit gutem Knochenangebot, stabilem Zahnfleisch und ohne ausgedehnte akute Entzündungen. Allgemeinerkrankungen wie schlecht eingestellter Diabetes, starkes Rauchen oder Bruxismus erhöhen das Risiko und werden individuell abgewogen.

Bei akuter, ausgeprägter Entzündung raten wir meist von der Sofortimplantation ab und wählen eine frühe oder späte Implantation. Kleinere Defekte können unter Umständen mit Knochenaufbau/Regeneration therapiert werden – die Entscheidung trifft die Behandlerin/der Behandler nach 3D-Diagnostik.

Nach schonender Zahnentfernung wird das Implantat präzise positioniert. Bei ausreichendem Halt erhalten Sie ein nicht-belastetes Provisorium; die definitive Krone folgt nach der Einheilung in der Regel nach 8–12 Wochen.

Der Eingriff erfolgt in lokaler Betäubung; auf Wunsch sind Sedierungsoptionen (z. B. Dämmerschlaf) möglich. Postoperative Beschwerden sind meist mild bis moderat und lassen sich gut mit Kühlung und verordneten Schmerzmitteln kontrollieren.

Ja, in passenden Fällen unterstützen aus Eigenblut gewonnene Konzentrate (PRF/PRP) die Heilungsbiologie. Ob das sinnvoll ist, klären wir individuell in der Planung.

In den ersten Tagen empfehlen wir weiche Kost und kohlensäurearme, nicht-zu-heiße Getränke. Sport, Sauna und starke körperliche Belastung sollten für 5–7 Tage pausieren – im individuellen Fall erhalten Sie konkrete Anweisungen.

Die Kosten hängen u. a. von 3D-Diagnostik, Implantatsystem, eventuellem Knochenaufbau sowie provisorischer und definitiver Krone ab. Gesetzliche Kassen bezuschussen in der Regel nicht das Implantat selbst; private Tarife/Zusatzversicherungen können anteilig leisten – wir erstellen einen transparenten Kostenplan.

Optionen sind Früh- oder Spätimplantation, eine Adhäsivbrücke als Übergang oder konventioneller Zahnersatz. Bei mehreren fehlenden Zähnen oder zahnlosen Kiefern kommen Konzepte wie All-on-4/All-on-X mit festsitzender Sofortversorgung in Betracht.

Titanimplantate sind langjährig bewährt und biologisch sehr gut verträglich. Zirkonimplantate können in ausgewählten Fällen eine metallfreie Alternative sein; die Materialwahl erfolgt nach medizinischen und ästhetischen Kriterien des Einzelfalls.

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